Für Menschen mit und ohne Behinderung leistet der Sport einen zentralen Beitrag für die persönliche Gesundheit – und den Aufbau wie auch die Entwicklung eines sozialen Umfeldes. Sport führt Menschen zusammen und hilft, das Zusammenleben zu verbessern. Für Menschen mit Handicap kommt es darauf an, dass auch ihnen der Sport in seiner ganzen Vielfalt ermöglicht wird. Das hat sich auch der MSC, als Partner der Gold-Kraemer-Stiftung, zur Aufgabe gemacht. Beispielsweise mit regelmäßigem Tennistraining für Menschen mit Behinderung.
Wir erleben in unserem Verein, dass der Rollitennis-Sport auch für unsere Mitglieder ein fester Bestandteil geworden ist. Vor allem die Jugend nimmt aktiv an den inzwischen inklusiven Sportangeboten teil, so dass sich schon Freundschaften daraus entwickelt haben.
— MSC-Präsident Prof. Dr. Andreas Müller-Wiedenhorn

Auf der Anlage des Marienburger Sport-Clubs (MSC) in Köln Rodenkirchen gehört der Tennissport für Menschen mit Behinderung inzwischen zum festen Bestandteil des Vereinslebens. Seit über fünf Jahren finden hier regelmäßig Tenniscamps, Trainingsangebote und Turniere statt, an denen Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung gemeinsam teilnehmen. Die Gold-Kraemer-Stiftung hat mit ihrem Programm »Tennis für Alle« eine Sportinitiative ins Leben gerufen, die den Tennissport für Menschen mit Behinderung öffnet. Ziel ist deren Teilnahme am täglichen Vereinssport. Der MSC macht es vor: Kinder und Jugendliche des Clubs kommen regelmäßig zu inklusiven Tenniscamps zusammen. Sie trainieren nicht nur gemeinsam, sondern wettkämpfen auch untereinander.

 

Dabei treten Fußgänger und Rollstuhlfahrer auch gemeinsam im Doppel an. »Die geltenden Spielregeln werden so angepasst, dass der Spaß und der Wettkampfreiz nicht verloren gehen.«, sagt Projektleiter Niklas Höfken. Der Ball darf zum Beispiel zwei mal aufkommen, wenn der Spieler im Rollstuhl angespielt wird. Ein Punkt zählt nur, wenn er durch den Rollstuhlspieler gemacht wird. Der Ball darf auch einmalig zwischen den Doppelpartnern gespielt werden, bevor er über das Netz geschlagen wird. Es sind kleine Regelveränderungen – mit enormer Wirkung für das Zusammenspiel.

Neben der Praxis geht es um die Fort- und Weiterbildung von Trainern, Übungsleitern sowie Lehrpersonal an Schulen. Deshalb setzt die Stiftung besonders auf die Kooperation mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB), dem Tennisverband Mittelrhein, dem Deutschen Behindertensportverband, dem Deutschen Rollstuhlsportverband und der International Blind Tennis Association. Gemeinsam entwickeln die Partner neue Strukturen im Vereinswesen, damit der Tennissport möglichst wohnortnah angeboten werden kann. Neben dem MSC sind im Raum Köln zwei neue Partnervereine dazu gekommen: der TC Dellbrück im Rechtsrheinischen und der TPSK Bocklemünd im Kölner Westen. Für die neuen Angebote erhalten die Vereine und deren Trainerteams eine gezielte Fortbildung. Neben dem Thema Barrierefreiheit geht es um die Entwicklung neuer didaktischer und methodischer Konzepte. Erfahrene Unterstützung erhält die Stiftung von Christoph Müller, der als Bundestrainer-Rollstuhltennis eine wichtige Schnittstelle zum DTB ist.

 

Das Saisonhighlight auf der Anlage des MSC sind die jährlich im September stattfindenden Offenen Kölner Rollstuhltennis-Meisterschaften. Das Breitensportturnier ist seit fünf Jahren fester Bestandteil im deutschen Rollstuhltennis-Turnierkalender. 2016 fand zudem eine Premiere in Deutschland statt: Der 1. Deutsche Blindtennis-Workshop. Er dient als Pilotprojekt und ist damit eine Initialzündung für diese in Deutschland völlig neue Sportart.


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