2. Bundesliga2025DTBSommersaisonTennis

Spannender denn je: Tennisherren machen den Klassenerhalt perfekt

Vier Wochen, eine Saison:

Der Weg war lang und holprig, doch er hat sich gelohnt: Die Marienburger Tennisherren bestehen ihr Premierenjahr in der 2. Bundesliga – und schenken uns unvergessliche Momente, die in Erinnerung bleiben.
Sie haben uns zittern lassen – bis zur allerletzten Sekunde. Um 17:40:09 meldete sich der Liveticker und strapazierte die Nerven der Daheimgebliebenen bis zum Ultimo. Hamburg ist schließlich nicht gerade um die Ecke. Genau dorthin waren unsere Tennisherren am vergangenen Sonntag gereist, um ihre letzte Chance zu nutzen: den Verbleib in der 2. Bundesliga zu sichern.

Krefeld verpasst – Hamburg muss es richten

Bereits am Freitag hätten sie gegen Krefeld alles klar machen können, doch nach einem 2:4-Zwischenergebnis waren drei Doppel in Folge eine zu hohe Hürde. Kapitän Christian Hansen ging über die Extrameile, musste sich aber geschlagen geben. Auch John Sperle versuchte im zweiten Satz die Kontrolle zurückzuholen, doch sein Gegner verteidigte im Satztiebreak erfolgreich die Führung.

Farjat/Gadamauri lieferten wie gewohnt zuverlässig einen Punkt, die beiden anderen Doppel gingen jedoch knapp an die Gäste. Somit war klar: Der Klassenerhalt musste im letzten Spiel gegen Hamburg her. Ohne Punkte hätte nur noch eine komplizierte Rechnerei auf den hinteren Tabellenplätzen geholfen – und darauf wollte sich niemand verlassen.

Starker Start – und nur noch ein Punkt zum Glück

Am Samstag gab’s das erste Selfie aus dem Hamburger Bahnhof. Coach Dirk Hortian reiste mit dem kompletten Team an – bereit, Geschichte zu schreiben.

Die erste Einzelrunde am Sonntag begann vielversprechend: Tomas Farjat (ARG, 2001) und Lorenzo Bocchi (ITA, 1997) punkteten souverän. Nikolay Vylegzhanin (RUS, 2000) kämpfte sich nach verlorenem ersten Satz zurück, unterlag aber im Matchtiebreak.

In der zweiten Einzelrunde wollten Corentin Denolly (FRA, 1997), Buvaysar Gadamauri (BEL, 2000) und John Sperle (GER, 2002) den Sack zu machen. Corentin unterlag knapp nach zwei Satztiebreaks, während Buvaysar und Johnny ihre Matches im Matchtiebreak holten. 4:2 – jetzt fehlte nur noch ein Doppelpunkt.

Doppel zwei schreibt die Geschichte

Coach Hortian stellte auf: Denolly/Farjat, Gadamauri/Sperle und Bocchi/Seifert. Eine mutige Wahl – das erste Doppel hatte in dieser Konstellation schon einmal verloren, die anderen beiden spielten erstmals zusammen. Hamburg holte Doppel eins und drei. Damit lastete alle Hoffnung auf Doppel zwei.

Und dann kam die Szene des Tages: 40:0 nach 7:5 und 5:1 – drei Matchbälle! Um 17:40:09 war klar: Das lassen sie sich nicht mehr nehmen. Mit 6:1 im zweiten Satz machten Gadamauri/Sperle den Klassenerhalt perfekt.

Bilanz mit Happy End

Bilanz: Drei Siege in acht Spielen. In Oldenburg mussten die MSCer in die Halle – klarer Vorteil für die Gastgeber. Gegen Kiel gab es zwei bittere Niederlagen im Matchtiebreak, Begegnungen, in denen mehr drin gewesen wäre. Am Ende aber zählt nur eins: Mit 6:10 Punkten sichern sich die Kölner Rang 6 und bleiben verdient in der 2. Bundesliga. Jetzt geht’s in die wohlverdiente Sommerpause – 2026 greifen sie wieder an. Respekt, Männer!

Grafik und Photos: Ronny Edelstein (Archiv)


Walk on Court:

Noch war kein Ball in der Bundesliga gespielt, als sich das MSC-Team zur ersten Präsentation auf den Weg machte. Wie die Saison verlaufen würde, wusste damals niemand – spürbar war nur die Entschlossenheit und die Gewissheit, dass der Weg nur gemeinsam zu gehen ist. Ein Team formiert sich.

Eiserner Wille und Führungsstärke:

Christian Hansen (GER, 1988) gewann gemeinsam mit Lorenzo Bocchi das entscheidende Doppel im überraschenden Premieresieg gegen den SSC Berlin (5:4). Ein Auftritt, der die Marschrichtung der Saison prägte. Bilanz: Einzel 1:6, Doppel 2:4, Gesamt 3:10

Eine Bank:

Buvaysar Gadamauri (BEL, 2000) punktete zuverlässig und begeisterte mit seiner einhändigen Rückhand. Hier ballt er die Faust – zu Recht, nach einer Saison, in der er oft den Unterschied machte. Bilanz: Einzel 6:1, Doppel 3:3, Gesamt 9:4

Mit Herz und Hingabe:

John Sperle (GER, 2002) beginnt jeden Ballwechsel mit seinem Ritual – zweimal mit der Faust auf die Brust klopfen, dann volle Konzentration. Wurde im Sturm in die Herzen der MSCer gespielt und war ein verlässlicher Punktelieferant. Bilanz: Einzel 4:4, Doppel 5:2, Gesamt 9:6

Dem Talent folgt harte Arbeit:

Philipp Bosse (GER, 2004) hat Talent im Überfluss – und wenn er in entscheidenden Momenten so fokussiert bleibt wie hier, ist ihm Großes zuzutrauen. Sein Lächeln nach dem Punktgewinn zeigt, wie sehr er für diesen Sport brennt. Bilanz: Einzel 2:1, Doppel 1:1, Gesamt 3:2

Still neben dem Court, Flamme auf der Piste:

Yannic Nittmann (GER, 2007) zählt zu den talentiertesten Nachwuchsspielern der Region. Mit gerade einmal 17 Jahren ist er in der Bundesliga angekommen – und zieht gegen erfahrene »alte Hasen« respektvoll den Hut. Bereit, noch viel zu lernen und seinen Weg zu gehen. Bilanz: Einzel 2:4, Doppel 0:3, Gesamt 2:7

Mit Geschlossenheit am Werk:

Julius Seifert (GER, 2003) hat vor allem im Doppel seine Nervenstärke eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Doch auch im Einzel ist er angekommen – bereit, weiter zu wachsen und Großes zu erreichen. Bilanz: Einzel 1:2, Doppel 4:4, Gesamt 5:6

Pathos, Dramatik und Kampfgeist:

Lorenzo Bocchi (ITA, 1997) kann gar nicht anders: Jeder Ball ist eine Tragödie, jedes Spiel ein Drama, jeder Winner eine Befreiung. Geballte Emotionen, die ihn und sein Team immer wieder mitreißen. Bilanz: Einzel 2:4, Doppel 2:4, Gesamt 4:8

Ein Musketier mit Pechsträhne:

Corentin Denolly (FRA, 1997) konnte seine ATP-Ranglistenposition (319) in dieser Saison nicht voll ausspielen. Im Einzel blieb der Erfolg aus, doch mit seiner Erfahrung und Präsenz gab er der Mannschaft wichtige Stabilität. Bilanz: Einzel 0:4, Doppel 1:2, Gesamt 1:6

Nachdenklich und mit ruhiger Hand:

Teamcoach Dirk Hortian ist kein Mann für laute Töne. Mit kumpelhafter Haltung und einem feinen Gespür für den Moment unterstützt er sein Team mit wertvollen Tipps und Zuspruch. Ein Mensch mit dem Herzen auf der Bank.
Vorheriger Beitrag

Allerletzte Chance: Kölner kämpfen um den Ligaverbleib

Nächster Beitrag

Rollitennis im Forstbotanischen Garten: Internationales Spitzensport-Wochenende in Köln

Ronny Edelstein

Ronny Edelstein

Ein leve Jung

Keine Kommentare

Kommentar