2016Tennis

Willis unglaubliche Reise in Wimbledon geht weiter

Unser 1. Herrenspieler ist in Wimbledon nicht zu stoppen: Am Montagabend gewinnt Marcus Willis nach seiner sensationellen Qualifikation in der vergangenen Woche nun auch seine Erstrunden-Partie. Gegen den um 718 Plätze höher stehenden Litauer Ricardas Berankis gewinnt unser Herrenspieler souverän 6:3, 6:3, 6:4. Doch dabei wollte Marcus Willis seine Karriere schon beenden. Ein Porträt.

Es gleicht einem Sport-Wunder, dass unser 1. Herrenspieler Marcus Willis am heutigen Montag in Wimbledon sein Erstunden-Match spielen durfte. „Ich habe darüber nachgedacht, meine Karriere zu beenden“, sagte Willis vergangene Woche nach seiner überraschenden Qualifikation für Wimbledon. „Ich wollte nach Amerika ziehen und dort als Trainer arbeiten. Dafür habe ich mich schon um mein Visum gekümmert.“ Dann aber traf Marcus Willis seine heutige Freundin Jennifer. Und die überredete unseren Herrenspieler, weiter an sein Talent zu glauben.

Die Geschichte von Marcus Willis bezaubert die britische Presse. Der Guardian druckte heute ein Porträt über ihn, auch die BBC und ESPN UK zeigten seine Geschichte. In der Daily Mail schmückte unser Herrenspieler die Rückseite der Samstagsausgabe – und in den USA schreibt die New York Times von einem „Leben nach einem Hollywood-Skript“.

Denn dass Marcus Willis als Nummer 772 der Welt dieses Jahr überhaupt bei Wimbledon aufschlägt, hat er seinem fantastischen Lauf, seinem Kampfgeist – und eben seiner Jennifer zu verdanken. Nachdem sie ihn dazu bewegte, weiter an sich zu glauben, spielte er unter anderem für unsere Herrenmannschaft. Und überzeugte hier auf ganzer Linie, gewann jedes seiner Einzel in dieser Saison.

Als britische Nummer 23 erhielt er schließlich die letzte Wildcard, um sich bei einem britischen Turnier die Wimbledon Qualifikation zu erspielen. In dieser Vor-Qualifikation gewann er alle drei Spiele hintereinander. So wie auch vergangene Woche in der Hauptqualifikation in Roehampton. Dort schlug er mit dem auf Platz 99 der Weltrangliste stehenden Japaner Yuichi Sugita zum ersten Mal einen Top-100-Spieler. Es sollte nicht der letzte bleiben.

Willis spielt unkonventionell, liebt vor allem Rasen und Hartplatz. Mit seinem Rückhand-Slice und seinem Serve-and-Volley-Spiel entschied er schon vergangenen Sommer im Aufstiegskrimi gegen Rot-Weiß Köln sein Einzel und dann auch sein Doppel in beeindruckender Weise. Beide Punkte sicherten unter anderem am Ende den Aufstieg in die Regionalliga.

Mit seinem Stil setzte er sich nun auch in Wimbledon durch. Gegen die Nummer 54 der Welt, Ricardas Berankis, gewann Marcus Willis am heutigen Montag souverän 6:3, 6:3, 6:4. Auch Berankis hatte mit Willis‘ Spiel so seine Probleme. Andy Murray konnte die starke Leistung von unserem Herrenspieler kaum fassen, twitterte: „Marcus Willis! Wie gut ist das!“ Für unseren Briten war es der erste Sieg in einem Grand Slam-Hauptfeld.

„Das alles ist so unreal – die ganze Sache“, sagte Willis bereits am Freitag. Nicht nur, weil er sich so souverän durch die Qualifikationsrunden spielte. Vor allem, da unser Herrenspieler noch vor zwei Jahren Verletzungsprobleme hatte. Und Übergewicht. „Jetzt bin ich in einer viel besseren Form. Ich habe viel trainiert und an mir gearbeitet – und heute bin ich in der besten Verfassung meines Lebens.“ Auch dank der Spiele in unserem Herren-Team.

Nun werden die kommenden Tage für Marcus Willis wohl noch unrealer. Denn am kommenden Mittwoch trifft unser Herrenspieler in Runde zwei auf niemand geringeren als Roger Federer. Es wird wohl Willis ganz großes Spiel werden. Der MSC ist stolz auf unseren Marcus – und wünscht ihm, dass er in Runde zwei seine ganz persönliche Hollywood-Story weiterschreibt. (Foto: red)

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Tillmann Becker-Wahl

Tillmann Becker-Wahl

Im MSC für die Kommunikation, Berichterstattung und Social Media verantwortlich. Wenn Tillmann nicht für die Hockeyherren auf dem Platz steht oder seine Tennisschuhe schnürt, dann studiert er in Köln BWL. Er hat zudem eine zweineinhalbjährige Ausbildung an der Kölner Jouranlistenschule genossen - unter anderem mit Stationen bei SPIEGEL ONLINE und dem Hamburger Abendblatt. Ein echter Content-Experte. Kürzel: tbw.

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